DER SCHRIFTSTELLER Ludwig Mathar 1882-1958 Der Sohn als Literaturkritiker seines Vaters? Eher möchte ich mich  als Hobby-Literat darauf beschränken, meine persönlichen  Erinnerungen an den Vater und Schriftsteller weiterzugeben.  Als meine bewusste Erinnerung einsetzt, Kriegsbeginn 1939, da  waren ja seine Glanzzeiten der zwanziger und dreißiger Jahre  schon vorbei. In meiner Kinderzeit war da nur noch ein Abglanz  früherer Herrlichkeit. Geblieben war sein Humor, sein Erzähltalent,  die Fähigkeit, seine Zuhörer zu verzaubern, auch seine Kinder, die  wie gebannt seinen Anekdoten, Schnurren und Episoden zuhören  konnten.  Ich sehe ihn noch immer an seinem Schreibtisch arbeiten, mit  spitzer Feder und Tinte Seite um Seite beschreiben. Ein  disziplinierter Arbeiter, der, wenn er seine Ideen zu Papier brachte,  Tag und Nacht schrieb. So vollendete er 1942 während eines  Weihnachtsurlaubs in Malmedy in vierzehn Tagen den Roman „Der  Maler und das Fräulein“, meine Erinnerung an ein Weihnachtsfest  im Kriege. Lese ich noch Ludwig Mathar? Hin und wieder nehme ich ein Buch  zur Hand. In den Heimatromanen reizt mich der Blick in eine Welt,  die heute nicht mehr existiert. Mich fasziniert das Engagement, die  Fabulierkunst, der geradezu artistische Umgang mit der Sprache.  Stets habe ich das Gefühl, daß er wieder lebendig aus den  Geschichten heraustreten wird.  Albertus Mathar  Ludwig Mathar 1923 Kohlezeichnung von P.Hecker Biografie Werkverzeichnis Über sich selbst Medienecho Home